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Alternativen zur Provisionsberatung: Alles selber machen oder Honorarberatung?

  • Autorenbild: Hratsch Ohanjan
    Hratsch Ohanjan
  • 7. März
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. März

Im letzten Beitrag haben wir uns angesehen, wie hoch die Provisionen in der Finanzberatung tatsächlich sind und warum Vermögensberater nicht unabhängig beraten können. Heute geht es darum, welche Alternativen zur klassischen Provisionsberatung existieren – und welche für dich die beste Wahl sein könnte.


Finanzberatung auf Provisionsbasis ist nicht unabhängig


Lisas Geschichte aus unserem letzten Beitrag zeigt, wie schnell man in die Provisionsfalle geraten kann – und wie teuer eine scheinbar „kostenlose“ Finanzberatung wirklich ist.


Zur Erinnerung: Lisa ist 24 Jahre alt und hat wenig Interesse an Finanzthemen. Deshalb sucht sie Unterstützung bei Vermögensberater Heinrich. Er empfiehlt ihr eine Kombination aus Investmentfonds, einer fondsgebundenen Lebensversicherung sowie Haushalts-, Berufs- und Rechtsschutzversicherung. Die Vorschläge klingen für Lisa plausibel, und da sie Heinrich vertraut, unterschreibt sie bedenkenlos. Das Beste daran: Die Beratung kostet sie keinen Cent – schließlich wird Heinrich „von den Versicherungen bezahlt“.


Was Lisa nicht weiß: In Wahrheit fließen durch versteckte Provisionen über 12.000€ an den Berater. Diese setzen sich aus hohen Abschlussprovisionen und laufenden Bestandsprovisionen zusammen, die über die gesamte Laufzeit anfallen.


Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie viel sie indirekt für eine „kostenlose“ Beratung bezahlen. Das führt nicht nur zu höheren monatlichen Prämien und geringeren Renditen, sondern auch dazu, dass ihnen Produkte verkauft werden, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Doch wie lassen sich solche versteckten Kosten vermeiden? Und welche Alternativen gibt es zur Provisionsberatung?


Welche Alternativen gibt es zur Provisionsberatung?


Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten, um Provisionen zu vermeiden. Damit du besser einschätzen kannst, welche Option für dich die sinnvollere ist, stellen wir beide Alternativen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen vor und ziehen am Ende ein kurzes Fazit.


Option A: Selbständige Finanzplanung


Die erste Alternative besteht darin, deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Das bedeutet, dass du alle finanziellen Entscheidungen eigenständig triffst und sämtliche damit verbundenen Aufgaben übernimmst – von der finanziellen Planung über die Auswahl der passenden Versicherungen bis hin zur Entwicklung einer geeigneten Anlagestrategie.


3 Vorteile der selbständigen Finanzplanung


  1. Weiterbildung: Der größte Vorteil ist, dass du dich durch die eigenständige Verwaltung zwangsläufig intensiver mit Finanzthemen auseinandersetzt. Dadurch baust du dir mit der Zeit ein solides Finanzwissen auf und wirst unabhängiger von Vermögens- und Versicherungsberatern.

  2. Kontrolle & Unabhängigkeit: Wenn du dich selbst um alles kümmerst, behältst du die volle Kontrolle über deine Finanzentscheidungen. Du bestimmst eigenständig, was mit deinem Geld passiert, und agierst sozusagen als dein eigener Berater.

  3. Kostenersparnis: Durch die eigenständige Verwaltung sparst du sowohl Provisionen als auch Beratungshonorare. Besonders bei größeren Anlagesummen kann das zu einer erheblichen Kostenersparnis führen.


3 Nachteile der selbständigen Finanzplanung


  1. Hoher Zeitaufwand: Finanzplanung, Versicherungen, Geldanlage und Steuern – all diese Themen erfordern Zeit für Recherche und Umsetzung. Ohne professionelle Unterstützung musst du dich eigenständig und intensiv mit diesen Bereichen beschäftigen. Für viele Menschen, die arbeiten und eine Familie haben, kann das eine erhebliche zeitliche Herausforderung darstellen.

  2. Mangelndes Fachwissen: Experten verfügen oft über jahrelange Erfahrung und spezielles Fachwissen, das dir möglicherweise fehlt. Das kann dazu führen, dass du wichtige Aspekte bei deinen Entscheidungen übersiehst, Chancen ungenutzt lässt oder falsche Entscheidungen triffst.

  3. Fehler können teuer werden: Besonders bei finanziellen Entscheidungen können Fehler langfristig hohe Kosten verursachen. Wenn du zum Beispiel deine Investments nicht ausreichend diversifizierst oder die falschen Versicherungen abschließt, kann das zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen.


Wann solltest du deine Finanzen komplett eigenständig verwalten?


In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, alles selbst zu machen. Du solltest jedoch über ein breites Grundwissen in Finanzthemen verfügen. Wenn du deinen Steuerausgleich selbst erledigen möchtest, solltest du mit FinanzOnline vertraut sein. Beim Abschluss von Versicherungen ist es wichtig, die verschiedenen Optionen und ihre Sinnhaftigkeit zu kennen. Wenn du dein Vermögen eigenständig verwalten möchtest, solltest du dich mit dem Kapitalmarkt und Anlageformen auskennen. Dies ist besonders sinnvoll, wenn du jung bist, ein kleines Vermögen hast und bereit bist, dich in diese Themen einzuarbeiten. Bei weniger komplexen Entscheidungen, wie der Wahl des Girokontos oder dem Aufsetzen eines einfachen Sparplans, brauchst du in der Regel ebenfalls keine Beratung.


Option B: Unabhängige Honorarberatung


Die zweite Alternative besteht darin, mit einem unabhängigen Honorarberater zu arbeiten. Honorarberater sind Finanzberater, die ihre Beratungsleistung gegen ein Honorar anbieten und nicht auf Provisionen von Finanzinstituten oder Versicherungsgesellschaften angewiesen sind. Sie erhalten ihre Bezahlung direkt von ihren Kunden. Dieses Honorar kann für eine einmalige Beratung oder eine langfristige Betreuung sein.


3 Vorteile einer unabhängigen Honorarberatung


  1. Unabhängigkeit: Da Honorarberater nicht auf Provisionsbasis arbeiten, sind ihre Empfehlungen objektiver und unabhängig. Sie können auf eine breite Auswahl kostengünstiger Finanzprodukte und Anlageklassen (z. B. ETFs, Aktien, Anleihen) zurückgreifen, die in der Provisionsberatung oft vernachlässigt werden.

  2. Transparenz: Die Bezahlung erfolgt direkt durch den Kunden, was für mehr Transparenz sorgt. Es gibt keine versteckten Kosten oder Provisionen, die das Beratungsergebnis beeinflussen oder deine Rendite schmälern.

  3. Kostenersparnis: Honorarberater können im Versicherungsbereich auf „Nettopolizzen“ (Versicherungen ohne Provisionen) zurückgreifen. Durch den Entfall von Provisionen reduziert sich deine monatliche Prämie. Auch bei Anlageprodukten entfallen Ausgabeaufschläge und hohe laufende Gebühren, was zu erheblichen Kostenvorteilen führt.


3 Nachteile einer unabhängigen Honorarberatung


  1. Höhere wahrgenommene Kosten: Die Beratung bei einem Honorarberater wird direkt bezahlt, was für Kunden, die Provisionsberatung gewohnt sind, teuer erscheinen kann. Besonders bei umfangreicher Beratung oder regelmäßigen Treffen können die Kosten höher wirken.

  2. Stundensatz kann schnell teuer werden: Viele Honorarberater rechnen entweder nach Stundensatz für kurzfristige Aufträge oder mit einer Pauschale für längerfristige Projekte ab. Besonders bei der Abrechnung nach Stundensatz können die Kosten schnell steigen.

  3. Geringe Verfügbarkeit: Honorarberater sind in Österreich noch relativ selten, da die meisten Finanzberater weiterhin die Arbeit auf Provisionsbasis bevorzugen. Aufgrund der begrenzten Auswahl kann es eine Herausforderung sein, einen Berater zu finden, der auf persönlicher Ebene gut passt.


Wann solltest du dich auf Honorarbasis beraten lassen?


Ein Honorarberater kann sinnvoll sein, wenn du keine Zeit hast oder dir das nötige Wissen fehlt, um alles selbst zu erledigen, und eine unabhängige Beratung ohne versteckte Provisionen suchst. Bei komplexen Finanzthemen wie Vermögensaufbau, der Absicherung deiner Arbeitskraft und der Altersvorsorge kann ein Honorarberater dir helfen, maßgeschneiderte Lösungen zu finden. Du solltest jedoch bereit sein, in eine unabhängige Beratung zu investieren und ein entsprechendes Budget einplanen.


Fazit: Die Wahl der richtigen Alternative hängt von deiner Situation und deinen Bedürfnissen ab


Es gibt verschiedene Wege, wie du versteckte Kosten in der Finanzberatung vermeiden kannst. Dazu zählen die eigenständige Finanzplanung und die Beratung durch einen unabhängigen Honorarberater. Welche der beiden Optionen besser zu dir passt, hängt von deinem Wissen, deiner Zeit und deinen finanziellen Zielen ab. Wenn du bereit bist, dich intensiv mit Finanzthemen auseinanderzusetzen und über das nötige Grundwissen verfügst, kann die selbstständige Verwaltung eine gute Option sein. Andernfalls bietet die Honorarberatung eine objektive, transparente und oft kostengünstigere Alternative zur klassischen Provisionsberatung. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile, aber letztlich geht es darum, den Weg zu wählen, der am besten zu deiner Situation und deinen Zielen passt.

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